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Synchronisation von Dateien mit Unison
Geschrieben am Fr, 19/02/2010 - 21:45 von Tobias HölterhofUnison ist ein Programm für Windows, Mac und Linux, mit dem man Dateien über mehrere Orte Synchronisieren kann. Dabei sind mehrere Einsatzszenarien möglich: Unsion kann etwa für das einfache Backup eines Desktop-Rechners auf eine USB-Festplatte verwendet werden, als Alternative für Dienste wie Dropbox oder Ubuntu-One oder für die Synchronisation mehrerer Rechner mit einer Netzwerkfestplatte. Das Programm ist Open-Source und besitzt eine grafische Benutzungsoberfläche.
Die Synchronisation kann über folgende Wege erfolgen:
- Von einer lokalen Festplatte auf eine andere, z.B. einen USB-Stick oder eine Netzwerkressource, die als lokale Festplatte eingebunden ist.
- Von einer lokalen Festplatte zu einem Unison-Server, hierzu muss auf dem entfernten Rechner Unison im Server-Modus gestartet sein.
- Von einer lokalen Festplatte über SSH zu einer Netzwerkressource, auf der Unison in der selben Version installiert ist, wie sie auf dem lokalen Rechner läuft. In der Windows-Version muss für diese Variante ein SSH-Client auf dem lokalen Rechner installiert sein, z.B. dieser.
- Außerdem soll Unison seit der Version 2.3.12 direkt auf Windows-Freigaben zugreifen und die lokale Festplatte hiermit synchronisieren können.
Um mehrere Rechner mit einer Netzwerkressource zu synchronisieren, muss Unison auf allen Rechnern installiert sein. Nachdem man an einem Rechner gearbeitet hat, startet man dort Unison und wirft den Synchronisationsprozess an. Ehe man an einem anderen Rechner mit der Arbeit beginnt, muss man dort ebenfalls eine Synchronisation durchführen. Im Konfliktfall fragt Unsion nach, was mit einer an beiden Stellen geänderten Datei zu tun ist. An diesem Szenario gefällt mir besonders, dass im Gegensatz zum direkten Arbeiten auf einer Netzwerkplatte auch offline die Daten verfügbar sind und gleichzeitig ein "Backup" aller Daten auf mehreren Rechnern vorhanden ist ("Backup" ist hier natürlich nicht ganz richtig, wie dieser Blog-Eintrag klarstellt).
Ich verwende Unison unter Ubuntu, die Pakete sind über den Paketmanager installierbar. Als Netzwerkplatte kommt ein virtueller File-Server von Turnkey zum Einsatz, auf dem Unison installiert ist. Ich synchronisiere mehrere Desktop-Rechner mit dem Fileserver und habe außerdem einen Online-Zugang zur Synchronisationsquelle über Webbrowser und PDA. Anstatt des File-Servers habe ich auch einen BSCW-Server ausprobiert, den ich via Webdav unter Ubuntu als lokale Festplatte eingebunden habe. Diese Variante ist vielversprechend, war aber in der Praxis zu langsam. Weitere Erfahrungen zu Unison finden sich etwa in diesem oder diesem Blog-Eintrag oder in dieser Benutzungsanleitung für Unison.
Die Farbenfreundschaft zwischen Schopenhauer und Goethe
Geschrieben am Fr, 08/01/2010 - 21:45 von Tobias HölterhofNachdem Arthur Schopenhauer seine Dissertation abgegeben hatte, ließ er sie auf eigene Kosten drucken und schickte Goethe ein Exemplar. Goethe kannte er bereits durch die geselligen Teeabende in Weimar, die seine Mutter Johanna Schopenhauer regelmäßig veranstaltete. Ehe er sich mit ihr zerstritt, wohnte er eine Zeit lang in ihrem Haus. Goethe hatte zu dieser Zeit bereits seine Farbenlehre veröffentlicht und ist war der ihm zugesandten Doktorarbeit beeindruckt.
Es kam 1813 zu einer Freundschaft zwischen Goethe und Arthur Schopenhauer, in der auch Schopenhauer an einer Abhandlung "Über das Sehen und die Farben" arbeitet. Goethe lieh im zum Experimentieren und Forschen seine optischen Apparate. Die beiden führten zahlreiche Gespräche über das Licht und die Farben. Doch so nah man sich zu Anfang stand, so sehr wurden die Differenzen in der Farbenfreundschaft sichtbar. Goethe schrieb zu diese Zeit folgendes Gedicht, das sich auf den Gedankenaustausch mit Schopenhauer bezieht:
"Was Gutes zu denken, wäre gut,
Fänd' sich nur immer das gleiche Blut;
Dein Gutgedachtes, in fremden Adern,
Wird sogleich mit dir selber hadern."
Die Differenzen zwischen den beiden sind erkenntnistheoretischer Natur und könnten nicht unterschiedlicher sein. Sie wurden in folgender temperamentvollen Äußerung Goethes deutlich: "Was, das Licht soll nur da sein, insofern Sie es sehen? Nein, Sie wären nicht da, wenn das Licht Sie nicht sähe!". Goethe ist farbentheoretischer Realist. Bildlich gesprochen sind die Farben "Taten und Leiden des Lichts". Das Licht wird durch die Finsternis getrübt und so entsteht die gelben Farbe. Die Finsternis wird durch das Licht erhellt und so färbt es sich blau. Schopenhauer dagegen erklärt die Farben durch eine Tätigkeit der Retina. Somit existieren Farben nur in der Wahrnehmung. Seine Erkenntnistheorie folgt einer Subjekt-Objekt-Trennung, bei der das Objekt die Vorstellung eines Subjekts ist und nur als Vorstellung existiert.
Unbenutztes Zitat zu verschenken!
Geschrieben am Di, 29/12/2009 - 15:49 von Tobias HölterhofGerade überarbeite ich meine Dissertation. Dabei fallen natürlich auch hier und dort ein paar Textstellen weg. Schweren Herzens muss man sich derart von so mancher Kreation oder Entdeckung trennen. Dieses Zitat habe ich im Kapitel über Nietzsche immer weiter nach hinten verschoben... bis das Kapitel fast fertig ist und das Zitat noch immer keinen Platz gefunden hat. Ich glaube, dass ist ein sicheres Zeichen, dass ich es nicht mehr brauche. Es ist also unbenutzt. Da ich es aber sehr schön finde, will ich es nicht einfach der DEL-Taste als Fraß vorwerfen. Deswegen schreibe ich es hier hin:
Mit der »Wahrheit«, mit dem Suchen der Wahrheit hat es etwas auf sich; und wenn der Mensch es dabei gar zu menschlich treibt – il ne cherche le vrai que pour faire le bien– ich wette, er findet nichts! (KGW VI2, S. 50, JGB §35)
Vielleicht kann es ja jemand gebrauchen? Geschenk ohne Umtausch oder Erstattung!
Google Books für die Rekonstruktion klassischer Kommentare -- oder: Schopenhauer liest Leibniz
Geschrieben am Fr, 20/11/2009 - 21:45 von Tobias HölterhofDie Google-Buchsuche findet zu mancher Suchanfrage eine Vielzahl von sehr alten Büchern, die Google in seinem Digitalisierungsprojekt einscannt. Besonders wenn es um wissenschaftliches Arbeiten mit dem Nachlass klassischer Autoren geht, sind diese alten Bücher sehr wertvoll. In den letzten Monaten habe ich das an einem Beispiel erfahren.
Zu Arthur Schopenhauer gibt es von Arthur Hübscher eine Ausgabe seines handschriftlichen Nachlasses, in dem die Bücher seiner privaten Bibliothek aufgeführt sind. Hübscher hat diesem Katalog einen eigenen Band gewidmet und alle Randnotizen, die Schopenhauer in seine Bücher gekritzelt hat, mit Seitenzahl wiedergegeben. Daraus geht z.B. hervor, dass Schopenhauer eine Ausgabe der Theodizee von Gottfried W. Leibniz besaß, die Johann Eduard Erdmann im Jahr 1840 herausgegeben hat. In diese Ausgabe schreibt er auf Seite 555 die Bemerkung:
„La question tourne sur le mésentendu que les uns entendent par ‚possible‘ ce qui généralem[en]t, c‘est à dire selon les lois de la nature, peut arriver; & les autres ce qui dans le cas individuel donné peut arriver c‘est à dire arrivera“
Aber auf welche Stelle bei Leibniz bezieht sich diese Bemerkung? Was genau steht auf Seite 555 der Ausgabe von 1840? Beeindruckend ist, dass Google genau diese Ausgabe bereits digitalisiert hat. Hier ist die Seite:
Spannend finde ich am Digitalisierungsprojekt, dass diese alten Bücher damit sehr einfach durchsuchbar und verfügbar werden, wo man sie sonst unter großem Aufwand herbeischaffen müsste. So wird ja z.B. der Buchbesitz klassischer Persönlichkeiten antiquarisch rekonstruiert und beschaffen, um solche Forschung zu erleichtern.
Schopenhauers Kommentar an Leibniz erscheint mir hier als eine Konkretisierung von Äußerungen, die er auch in der "Welt als Wille und Vorstellung" schreibt. Dort bezeichnet er das Verständnis darüber, was "möglich" ist und was eine Möglichkeit ausmacht, als einen der Hauptunterschiede zwischen dem Optimismus von Leibniz und seiner eigenen pessimistischen Philosophie.
Google-Chrome für Linux
Geschrieben am Fr, 13/11/2009 - 22:15 von Tobias HölterhofGoogle bietet eine erste Entwickler-Version des Webbrowsers "Chrome" für Linux an: hier kann man das Paket für Debian und Ubuntu herunterladen. Diese Version als Beta-Version zu bezeichnen wäre noch etwas früh: in meinen Test ist sie mehrmals abgestürzt. Allerdings sind einige Features dieses Webbrowsers schon nutzbar: so kann man z.B. einen "Application Shortcut" auf dem Desktop oder im Startmenü erstellen, der dann etwa Google Docs in einem eigenen Fenster öffnet.
Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklungen von Google-Chrome, insbesondere auch das gleichnamige Linux-Betriebssystem...
Anekdote aus Südfrankreich
Geschrieben am Fr, 09/10/2009 - 09:59 von Tobias HölterhofIm Süden Frankreichs liegt die kleine Gemeinde Duilhac-sous-Peyrepertuse. Es ist ein gemütlicher und verschlafener Ort unmittelbar in der Nähe der mächtigen Burgruinen des Château de Peyrepertuse. Die Burg wurde von den Katharern erbaut und liegt in 800 m Höhe. Die Burgmauern und -türmen sind so dicht an den Steilhang gemauert, dass kaum zu erkennen ist, wo der Fels in das Gemäuer übergeht. Es bietet sich von dort ein atemberaubender Blick über das Gebirge.
Um diese Ruinen zu besichtigen ist in diversen, aktuellen Wanderführern ein Wanderweg abgedruckt mit einem gehörigen Aufstieg durch den Wald nördlich der Burg. Der Weg beginnt im Ort, verläuft an einer kurzen Stelle entlang der Straße um sodann in einen Wald zu schwenken und entlang einer Aussiedlung auf einen Fernwanderweg zu stoßen, der schließlich auf die Burg führt. Im Urlaub wollten wir diesen Wanderweg gerne nachgehen und fuhren zum Ort. Die beschriebene Einstiegsstelle, die von der Hauptstraße über ein paar Treppenstufen zunächst bergab führt, war uns nicht einsichtig und so erkundigten wir uns bei einer Duilhacaise nach dem Weg und zeigten ihr unseren Wanderplan. Sie wies auf einen ansteigenden Weg hin und erklärte, dass Château sei in dieser Richtung. Offensichtlich war das nicht die richtige Auskunft für unsere Wanderung. Da wir die prognostizierenden Bedeutung dieser Begegnung noch nicht verstanden, suchten wir weiter, fanden und folgten dem beschriebenen Weg.
Einige Zeit später erreichten wir die Aussiedlung, wo der Weg durch eine Schranke verschlossen war. Eine Einwohnerin bemerkte unsere Ankunft, eilte zur Schranke und weigerte sich, uns passieren zu lassen. Dieser Wanderweg sei fehlerhaft, erklärte sie, wir müssten zurückkehren zum Dorf und von dort den ansteigenden Weg zur Burg nehmen. Auf die in unserem Wanderführer beschriebe Weise könne der Pfad nicht erwandert werden. Wir waren zunächst dankbar für diesen Hinweis wollten aber dann doch wissen, was genau am Wanderweg fehlerhaft sei. Etwas zögerlich und stockend erklärte sie, dass der Weg durchaus begehbar sei, aber nicht in dieser Richtung. Auf die weiter bohrende Frage von uns, warum dieser Weg nicht in der beschriebenen Richtung gewandert werden kann, enthüllte sie schließlich den eigentlichen Grund. Inzwischen verlangt die Gemeindeverwaltung Eintritt für die Burg und unser Wanderweg führt von hinten an die Burg und umgeht somit die Kasse.
Eine merkwürdige Situation für diese Gemeinde, zumal der Weg von hinten auf die Burg ein in beide Richtungen ausgeschilderten Fernwanderweg ist. Gewissermaßen hat die Verwaltung somit eine Kasse auf einem Wanderweg eröffnet und verlangt Wegzoll. Es empfiehlt sich, die Aussiedlung zu umgehen, dem Wanderweg wie beschrieben zu folgen, dann gibt es den atemberaubenden Ausblick von der Burg "gratuit".
Moovida: Open Source Media Center
Geschrieben am Fr, 04/09/2009 - 23:00 von Tobias HölterhofNach langer Entwicklung und Namensänderung ist nun endlich die Version 1 des Media Center Moovida, ehemals "Elisa", fertig. Zur Zeit gibt es sowohl eine Version für Windows (XP, Vista und 7) als auch eine für Linux zum herunterladen. Eine Mac-Version soll folgen.
An Moovida gefällt mir vor allem, dass es eine "leichte" Anwendung ist. Die Entwicklung von Media Centern wuchert häufig in ein immens umfangreiches Projekt aus, die nur selten noch als "Programm" bezeichnet werden können. Sie gleichen eher ganzen Distribution oder Betriebssystemen. Ein Beispiel dafür ist LinuxMCE. Auch das bekannte MythTV finde ich bereits zu umfangreich: es benötigt u.a. einen eigenen Datenbank-Server und ist sehr umständlich in der Konfiguration. Moovida hingegen ist deutlich anspruchsloser in den Voraussetzungen.
Moovida durchsucht vordefinierte Ordner nach Medien und indexiert diese automatisch anhand der Tags in den Dateien. Über die Benutzungsoberfläche, die komplett mit den Pfeiltasten der Tastatur bzw. einer Fernbedienung bedienbar ist, können diese Medien abgespielt werden. Nett ist dabei z.B. die Visualisierung von MP3-Dateien. Außerdem kann man fernsehen, YouTube-Videos durchstöbern, endlose Diashows mit Flicker-Fotos machen, Radio über Shoutcast hören etc. Offensichtlich können auch anspruchslosere Media Center eine ganze Reihe an Features bieten. Doch den Sinn solcher Anwendungen sehe ich besonders darin, die Inhalte auf dem Rechner und im Internet über eine einfache Pfeiltasten-Navigation abspielbar zu machen.
Philosource: Philosophische Literatur im Internet
Geschrieben am Mo, 24/08/2009 - 16:50 von Tobias HölterhofWer sich schon einmal wissenschaftlich mit Friedrich Nietzsche auseinandergesetzt hat, dem werden die folgenden Abkürzungen wahrscheinlich bekannt sein: KSG, KGW, KGB. Sie stehen für diverse Ausgaben der Schriften Nietzsches. Im Internet findet sich nun eine neue Abkürzung: "eKGWB". Das kleine "e" am Anfang der Abkürzung ist ja bereits aus anderen Kontexten bekannt und weist auf das Internet hin. Entprechend bezeichnet "eKGWB" bei Nietzsche Source die neue digitale Gesamtausgabe Werke und Briefe abgekürzt.
Neben der eKGWB enthält Nietzsche Source auch die Faksimiles der Manuskripte, Notizbücher und Erstausgaben von Nietzsches Werken. Stöbern in den digitalen Artefakten lohnt sich, denn darin finden sich nicht nur Texte sonden auch Bilder, wie dieses Fensterbild. Spannend an Nietzsche-Source ist nicht nur, dass damit eine zitierfähige Ausgabe der Schriften Nietzsches komplett für das Netz herausgegeben wird, sondern auch, dass damit seine Schriften direkt im Netz verlinkt werden können. Nietzsche gehört damit zum originären Inhalt des Netzes. Ein -- wie ich finde -- wichtiger Schritt.
Nietzsche Source gehört zum "Discovery Project: Philosophy in the Digital Era". Das Projekt versteht sich nicht nur als Föderation von philosophischen Texten, sondern will mit "Philospace" auch einen Arbeitsplatz für Applikationen schaffen, um mit der Literatur zu arbeiten. Neben Nietzsche Source öffnen bald auch
- Socratics Source
- Wittgenstein Source
- Modern Philosophy Source
- und viele mehr
Philosource ist jedoch nicht der einzige Auftakt, philosophische Literatur zitierfähig im Netz verfügbar zu machen. Die digitale Ausgabe von Kierkegaards Schriften ist ein Projekt des Sören Kierkegaard Forschungszentrums in Kopenhagen und verfolgt ähnliche Ziele.
Drupal 5: Customize RSS-Feeds with Views
Geschrieben am Do, 13/08/2009 - 20:05 von Tobias HölterhofAs far as I found out, drupal 5 does not provide an easy way to offer customized rss feeds. The Views RSS modules features a page view as rss feed, but the feed it generates does not include the fields of a view. The feed rather contains the title and a link to the corresponding note for every item. A first attempt to improve the rss page view is made here, but until now no module has been written to implement a new view style plugin. So I took the the code snippet and included it in a drupal 5 module with some improvements.
The new module View List RSS offers the following features:
- A new and customizable rss page view for the Views module. The rss feed includes all fields defined in the view. The rss item tags are labeled like the label of the corresponding feed. The description-tag of an item can be merged by two or mode fields.
- Change the default rss feed of the website to a customized feed provided by a rss page view.
Gemeinsam Mind-Maps erstellen mit Cmap (aktualisiert)
Geschrieben am Fr, 10/07/2009 - 23:10 von Tobias HölterhofCmap ist ein Programm zum Erstellen von Mind-Maps. Das Programm unterstützt dabei nicht nur das Erstellen, Abspeichern und Exportieren einer Mind-Map auf dem eigenen Rechner. Das Besondere an Cmap ist, dass man über das Internet gemeinsam Mind-Maps erstellen kann. Die Bearbeitung einer Gedankenkarte mit mehreren Teilnehmenden erfolgt synchon, d.h. Änderungen sind sofort sichtbar und durch das Anzeigen von Namen und verschiedenfarbige Rahmen ist auch erkennbar, wer gerade was bearbeitet. Das Programm bietet außerdem Funktionen zur synchronen und asynchronen Kommunikation. So kann man während der Bearbeitung miteinander chatten oder an ausgewählten Knotenpunkten Foren einfügen, in denen man Nachrichten hinterlassen und auf Nachrichten antworten kann.
Insgesamt bietet das Programm ein breites Spektrum an Funktionen. Was mir besonders gut gefällt ist die propositionale Struktur: Jede Verbindung zwischen zwei Elementen kann beschrieben werden und ähnelt damit mehrdimensionalen Propositionen, wie sie auch in der natürlichen Sprache vorkommen. Verbindungen sind nicht nur auf zwei Elemente beschränkt. Andere Mind-Map-Programme, wie etwa View Your Mind erlauben nur das Verzweigen von einem Hauptknoten, nicht jedoch das Zusammenführen von Zweigen. Somit ist man bei Cmaps frei in der Verbindung von Gedanken.
Cmap wird entwickelt vom Institute for Human and Machine Cognition (IHMC) der Florida University (USA). Das Programm ist als Client-Server-Modell implementiert, d.h. zum Bearbeiten von Mind-Maps benötigt man einen Client, der sowohl für Windows als auch Mac und Linux heruntergeladen werden kann. Für die Zusammenarbeit ist ein Server erforderlich. Es gibt aber zahlreiche Public-Server im Internet, die der Client kennt und die ohne weiteres verwendet werden können.
Nachtrag:
Ein schönes Beispiel, wie man Cmap verwenden kann, ist die Concept-Map zur Philosophie der Lebenskunst im Blog von Werner Friebel.
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(c) 2009 Tobias Hölterhof | CMS Drupal | Layout basiert auf Abac von Artinet
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