Ubuntu ist schlauer als Windows!

Geschrieben am 15.07.2007

Früher gab man auf der Kommandozeile unter Linux den Namen des Programms ein, das man starten wollte. Wenn man z.B. fernsehen wollte, musste man tvtime eingeben. Und wenn das Programm nicht installiert war, erhielt man folgende Meldung:

tvtime: command not found

Dasselbe gilt natürlich auch für Windows. Jetzt ist Linux aber schlauer geworden. Es meldet:

The program ‘tvtime’ is currently not installed. You can install it by typing: sudo apt-get install tvtime Stellen Sie sicher, dass Sie das Paketdepot universe aktiviert haben.

Ok, die Kommandozeile ist zunächst alles andere als Benutzungsfreundlich, aber hier hat sich grundlegend etwas in diese Richtung geändert! Linux kennt jetzt nicht nur alle die Programme, die aktuell installiert sind, sondern auch „alle“ möglichen Programme.

Wenn man an dieser Stelle etwas weiter denkt, was wäre der nächste Schritt? Das Betriebssystem läd das Programm selbstständig aus dem Netz runter, installiert und startet es anstatt diesen überflüssigen Hinweises auf dem Bildschirm anzuzeigen. Noch einen Schritt weiter gedacht reicht es aus, die neu gekaufte Digitalkamera per USB an den PC anzuschließen und das System installiert selbstständig Treiber, Bildbearbeitungssoftware und Bildergallerie. Oder etwa folgendes: Man steckt ein DVBT-USB-Stick an den Rechner und kann sofort fernsehen. Das neue ist: Der Computer kann alle mit ihm möglichen Funktionen selbstständig ausführen. Man spricht nicht mehr von installierten Programmen, sondern von möglichen Programmen, ob sie installiert sind, ist nicht weiter wichtig.

Warum kann Windows das nicht auch? Ganz einfach: es gibt bei Ubuntu eine zentrale Packetverwaltung. Diese Packetverwaltung ist der Kanal, über den alle Software auf den Rechner gelangt. Da alle Pakete in einer Datenbank erfasst sind, kennt Ubuntu alle installierbare Software. Und da alle Software in dieser Paketverwaltung eine ähnliche Lizenz besitzt, darf das System diese Software auch unmittelbar installieren.

Aber die Frage ist noch immer: Kann Windows das auch? Ist diese einheitliche Packetverwaltung ein Spezifikum von Open-Source oder währe sie auch unter Windows denkbar? Man könnte sich z.B. vorstellen, dass die Gebühren für die entsprechenden Lizenzen nach Rückfrage automatisch abgebucht werden.