Eindrücke von der ECER aus Göteborg

Geschrieben am 12.09.2008

Heute geht die ECER 2008 in Göteborg zu Ende. Bevor ich hier angekommen bin hatte ich keine Vorstellung davon, wie groß diese Konferenz ist. Zum Glück habe ich mich bereits am Dienstag Abend registriert. Am Mittwoch – dem eigentlichen Beginn der Konferenz – hätte das wahrscheinlich Stunden gedauert. Den Anspruch, „alles“ zu besuchen, sollte man hier erst gar nicht haben: Es finden 40 Sessions gleichzeitig über mehrere Standorte in der Innenstadt statt!

Meine Präsentation gestern im Network „Philosophy of Education“ ist gut angekommen. Sehr lustig waren die Reaktionen der Zuschauer zur dritten Folie, auf der ein Screenshot einer Fehlermeldung von Windows abgebildet ist: „Virtual memory too low“ als Beispiel für einen technische Verwendung des Begriffs „virtuell“. Alle wollten mich darauf aufmerksam machen, dass etwas mit meinem Rechner nicht stimmt… Virtualität ist heute so normal, dass sie kaum auffällt, kaum thematisiert wird. Nach einigen anregenden Fragen und Kommentaren zum Thema stand am Ende meiner Präsentation die Überlegung im Raum, inwiefern für die Thematisierung von „virtual learning“ ein Konzept des Lernens notwendig ist. Dann folgte passenderweise die Präsentation von Barbara Platzer aus Dortmund über „Activities of Learning: A Rejection of a Concept of Learning Referring to Ludwig Wittgenstein“. Darin argumentierte sie auf der Grundlage des späten Wittgenstein gegen den Anspruch, ein solches Konzept des Lernens geben zu wollen. Also auch inhaltlich war die Session gut abgestimmt und baute aufeinander auf. Zum Schluss wusste man weder, was „virtuell“, noch was „lernen“ bedeutet – sprachphilosophische Kritik am Anspruch, die Welt auf einheitliche Konzepte zurückzuführen.