Eindrücke von der DrupalCon 2010 in Kopenhagen

Geschrieben am 26.08.2010

Drupal wächst. Zur Zeit werden ca. 1% der Inhalte im Netz von Drupal bereitgestellt. Wenn das Wachstum wie in den vergangenen Jahren weiter geht, könnten Drupal-Webseiten im Jahre 2020 etwa 10% im Web ausmachen, prognostiziert Dries Buytaert. Wichtigste Herausforderung ist dabei die Vergrößerung der Drupal-Community. Wie etwa mit der großen Anzahl an Modulen umgehen? Die Beispiele Firefox und Linux zeigen aber, dass Open Source Projekte durchaus diese Größe erreichen und überschreiten können.

Drupal wird ästhetisch. User-Experience und Design sind wichtige Themen für die Zukunft. Das Erstellen einer Webseite mit Drupal muss zum “Erlebnis” werden: ästhetisch ansprechen und beeindrucken (Dries ist Apple-Fan).

Aber auch ein scheinbar unästhetisches Thema wird hier in ästhetischen Begriffen diskutiert: Drupal und objektorientierte Programmierung. Ich habe darüber schon gebloggt. Rasmus Lerdorf sagte in seiner Keynote, dass PHP selbst keine “beautiful oo language” ist. Spannend wie bei PHP Bewandnis und Nutzen im Vordergrund stehen anstatt “stilvolle” Programmierung. Beispiel hierfür ist etwa ein neues Zeichen, welches in künftigen PHP-Versionen eingeführt wird: der Backslash zum Separieren von Klassenhierarchien. Es ist das einzige einstellige Symbol, das in PHP noch keine Bedeutung hat. Hier findet auch Lerdorf, dass es hässlich aussieht: aber dennoch.

Drupal 7 steht bevor. Im Oktober darf mit der ersten Beta-Version gerechnet werden. Die wohl auffälligste Änderung ist, dass zukünftig neben Node-Typen auch bei Nutzerkonten, bei Kommentaren und bei Katerorien eigene Felder hinzugefügt werden können. Schlüssel dafür ist eine allen diesen Inhalten zugrundeliegende einheitliche Entity- und Field-Engine. Das macht Drupal nochmal um einiges anpassungsfähiger. Eine brennende Frage, die in Sessions immer wieder diskutiert wird, ist, ab wann Drupal 7 endlich in größeren Webseiten eingesetzt werden kann und sollte. Die Empfehlungen sind da aber eher ernüchternd: bei manchen Firmen steht Drupal 7 erst für das vierte Quartal 2011 auf der Agenda.

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Johanna Schopenhauer in Weimar

Geschrieben am 19.07.2010
 

Nach dem Tod ihres Mannes zog Johanna Schopenhauer 1806 nach Weimar. Viele Reiseführer über Weimar erwähnen nur beiläufig, dass sie neben der Herzogin Anna Amalia einen sehr bekannten Salon führte und viele Kontakte zu den Schriftstellern und Dichtern des klassischen Weimar hatte. Leider findet man noch weniger Informationen darüber, wo genau dieser Salon in Weimar lag. Auch Google gibt auf diese Frage keine Antwort… Damit Google diese Information in Zukunft weiß, hier die Adresse: Nach Auskunft der Touristen-Information in Weimar war es am Theaterplatz 1.