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Egoshooter und Nietzsche
Geschrieben am Mi, 22/11/2006 - 19:46 von Tobias Hölterhof
Nach dem Amoklauf in Emsdetten ist die Diskussion um das Verbot von Egoshootern wieder aufgekommen. Da ich gedrade im Rahmen meiner Dissertation über Nietzsche arbeite, sind mir zwei Gedanken in den Sinn gekommen, was Nietzsches Philosophie zu dieser Disskusion beitragen könnte:

- Ursache und Wirkung. Der Vorwurf gegen die Computerspiele besteht z.T. darin, die Egoshooter als Ursache für die Gewaltbereitschaft der Jugendlichen, und diese als Wirkung zu betrachten. Am Beispiel der Tugend stellt Nietzsche seinen "Irrtum der Verwechslung von Ursache und Wirkung" vor. Es ist demnach nicht so, dass ein Mensch gewissen Tugenden nachkommen muß, um glücklich zu sein: "seine Tugend ist die Folge seines Glücks". Aus der Perspektive von Nietzsches müsste die Gewaltbereitschaft bereits vorliegen, wenn Egoshooter gespielt werden und diese könnten nicht als Ursache für eine solche Tat betrachtet werden.
- Wille zur Macht. Nietzsches Philosophie wendet sich entschieden gegen jede Idealisierung des Menschens durch Metaphysik oder Religion. "Was den Menschen rechtfertigt ist seine Realität -- sie wird ihn ewig rechtfertigen". Eine solche Philosophie muss selbstverständlich eine Antwort finden auf die Frage der Gewalt... Nietzsche sieht die Gewalttätigkeit jedoch als eine Ureigenschaft des Menschens. Womöglich würde er die Empörung gegen solche Computerspiele als Zeichen einer noch immer anhaltenden Dogmatisierung des Menschens deuten.
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