Forschen mit Code: Digitale Methoden in Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung

Gehalten am 09.11.2018 in
Vortragende:
Hölterhof, Tobias; Verständig, Dan
Form:
Posterpräsentation
Ereignis:
Workshop „Zur Lage der postgradualen Methodenausbildung in Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung“
Organisation:
Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE)

 

Trotz der hohen Entwicklungsdynamik und Heterogenität der jeweiligen sozialen, kulturellen und politischen Ausprägungsformen des Digitalen lässt sich ein gemeinsamer Nenner bestimmen: Es ist der Code (vgl. Lessig 1999, 2010), der den digitalen Architekturen zu Grunde liegt und die Infrastruktur sowie die immer komplexer werdende „Algorithmizität“ (Stalder 2016) umspannt. Es scheint uns von gesteigerter Bedeutung, danach zu fragen, wie das Digitale den Forschungsprozess in epistemologischer Hinsicht durchdringt. Softwarecode schreibt sich mehr und mehr in den Forschungsprozess ein und besitzt ein Potential zur Gestaltung aber auch zur Verschleierung. So gibt Forschungssoftware oftmals Datenstrukturierungen vor, trifft verborgene Entscheidungen, prägt Erhebungen, Auswertungen und ermöglicht neue Forschungsverfahren.

Der Posterbeitrag möchte sich reflexiv und gestaltend zu den technologischen Entwicklungen verhalten und einerseits nach den Potenzialen bestehender Technologien und Werkzeuge fragen, andererseits jedoch auch die Entwicklung eigener Werkzeuge in den Blick nehmen, etwa als Aspekt gestaltungsorientierter Forschung (vgl. Tulodziecki 2013). Hierfür möchten wir am Beispiel eigener Forschungsprozesse mit eigenem Code auf digitale Methoden aufmerksam machen, die den Forschungsprozess in verschiedenen Phasen anreichern können – etwa indem Gegenstände und Phänomene sichtbar gemacht werden. Wir möchte aufzeigen, dass Code auch ein Mittel der Befähigung darstellt, denn durch den Einsatz digitaler Werkzeuge, Techniken und Methoden können digitale Daten in einer besonderen Weise aufbereitet, dokumentiert und ins Verhältnis zueinander gesetzt werden.