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Tobias Hölterhof

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Synchronisation von Dateien mit Unison

Unison ist ein Programm für Windows, Mac und Linux, mit dem man Dateien über mehrere Orte Synchronisieren kann. Dabei sind mehrere Einsatzszenarien möglich: Unsion kann etwa für das einfache Backup eines Desktop-Rechners auf eine USB-Festplatte verwendet werden, als Alternative für Dienste wie Dropbox oder Ubuntu-One oder für die Synchronisation mehrerer Rechner mit einer Netzwerkfestplatte. Das Programm ist Open-Source und besitzt eine grafische Benutzungsoberfläche.

Die Synchronisation kann über folgende Wege erfolgen:

  • Von einer lokalen Festplatte auf eine andere, z.B. einen USB-Stick oder eine Netzwerkressource, die als lokale Festplatte eingebunden ist.
  • Von einer lokalen Festplatte zu einem Unison-Server, hierzu muss auf dem entfernten Rechner Unison im Server-Modus gestartet sein.
  • Von einer lokalen Festplatte über SSH zu einer Netzwerkressource, auf der Unison in der selben Version installiert ist, wie sie auf dem lokalen Rechner läuft. In der Windows-Version muss für diese Variante ein SSH-Client auf dem lokalen Rechner installiert sein, z.B. dieser.
  • Außerdem soll Unison seit der Version 2.3.12 direkt auf Windows-Freigaben zugreifen und die lokale Festplatte hiermit synchronisieren können.

Um mehrere Rechner mit einer Netzwerkressource zu synchronisieren, muss Unison auf allen Rechnern installiert sein. Nachdem man an einem Rechner gearbeitet hat, startet man dort Unison und wirft den Synchronisationsprozess an. Ehe man an einem anderen Rechner mit der Arbeit beginnt, muss man dort ebenfalls eine Synchronisation durchführen. Im Konfliktfall fragt Unsion nach, was mit einer an beiden Stellen geänderten Datei zu tun ist. An diesem Szenario gefällt mir besonders, dass im Gegensatz zum direkten Arbeiten auf einer Netzwerkplatte auch offline die Daten verfügbar sind und gleichzeitig ein "Backup" aller Daten auf mehreren Rechnern vorhanden ist ("Backup" ist hier natürlich nicht ganz richtig, wie dieser Blog-Eintrag klarstellt).

Ich verwende Unison unter Ubuntu, die Pakete sind über den Paketmanager installierbar. Als Netzwerkplatte kommt ein virtueller File-Server von Turnkey zum Einsatz, auf dem Unison installiert ist. Ich synchronisiere mehrere Desktop-Rechner mit dem Fileserver und habe außerdem einen Online-Zugang zur Synchronisationsquelle über Webbrowser und PDA. Anstatt des File-Servers habe ich auch einen BSCW-Server ausprobiert, den ich via Webdav unter Ubuntu als lokale Festplatte eingebunden habe. Diese Variante ist vielversprechend, war aber in der Praxis zu langsam. Weitere Erfahrungen zu Unison finden sich etwa in diesem oder diesem Blog-Eintrag oder in dieser Benutzungsanleitung für Unison.

Google Books für die Rekonstruktion klassischer Kommentare -- oder: Schopenhauer liest Leibniz

Die Google-Buchsuche findet zu mancher Suchanfrage eine Vielzahl von sehr alten Büchern, die Google in seinem Digitalisierungsprojekt einscannt. Besonders wenn es um wissenschaftliches Arbeiten mit dem Nachlass klassischer Autoren geht, sind diese alten Bücher sehr wertvoll. In den letzten Monaten habe ich das an einem Beispiel erfahren.

Zu Arthur Schopenhauer gibt es von Arthur Hübscher eine Ausgabe seines handschriftlichen Nachlasses, in dem die Bücher seiner privaten Bibliothek aufgeführt sind. Hübscher hat diesem Katalog einen eigenen Band gewidmet und alle Randnotizen, die Schopenhauer in seine Bücher gekritzelt hat, mit Seitenzahl wiedergegeben. Daraus geht z.B. hervor, dass Schopenhauer eine Ausgabe der Theodizee von Gottfried W. Leibniz besaß, die Johann Eduard Erdmann im Jahr 1840 herausgegeben hat. In diese Ausgabe schreibt er auf Seite 555 die Bemerkung:

„La question tourne sur le mésentendu que les uns entendent par ‚possible‘ ce qui généralem[en]t, c‘est à dire selon les lois de la nature, peut arriver; & les autres ce qui dans le cas individuel donné peut arriver c‘est à dire arrivera“

Aber auf welche Stelle bei Leibniz bezieht sich diese Bemerkung? Was genau steht auf Seite 555 der Ausgabe von 1840? Beeindruckend ist, dass Google genau diese Ausgabe bereits digitalisiert hat. Hier ist die Seite:

Spannend finde ich am Digitalisierungsprojekt, dass diese alten Bücher damit sehr einfach durchsuchbar und verfügbar werden, wo man sie sonst unter großem Aufwand herbeischaffen müsste. So wird ja z.B. der Buchbesitz klassischer Persönlichkeiten antiquarisch rekonstruiert und beschaffen, um solche Forschung zu erleichtern.

Schopenhauers Kommentar an Leibniz erscheint mir hier als eine Konkretisierung von Äußerungen, die er auch in der "Welt als Wille und Vorstellung" schreibt. Dort bezeichnet er das Verständnis darüber, was "möglich" ist und was eine Möglichkeit ausmacht, als einen der Hauptunterschiede zwischen dem Optimismus von Leibniz und seiner eigenen pessimistischen Philosophie.

Google-Chrome für Linux

google-crome-browser.png

Google bietet eine erste Entwickler-Version des Webbrowsers "Chrome" für Linux an: hier kann man das Paket für Debian und Ubuntu herunterladen. Diese Version als Beta-Version zu bezeichnen wäre noch etwas früh: in meinen Test ist sie mehrmals abgestürzt. Allerdings sind einige Features dieses Webbrowsers schon nutzbar: so kann man z.B. einen "Application Shortcut" auf dem Desktop oder im Startmenü erstellen, der dann etwa Google Docs in einem eigenen Fenster öffnet.

Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklungen von Google-Chrome, insbesondere auch das gleichnamige Linux-Betriebssystem...

Moovida: Open Source Media Center

Nach langer Entwicklung und Namensänderung ist nun endlich die Version 1 des Media Center Moovida, ehemals "Elisa", fertig. Zur Zeit gibt es sowohl eine Version für Windows (XP, Vista und 7) als auch eine für Linux zum herunterladen. Eine Mac-Version soll folgen.

An Moovida gefällt mir vor allem, dass es eine "leichte" Anwendung ist. Die Entwicklung von Media Centern wuchert häufig in ein immens umfangreiches Projekt aus, die nur selten noch als "Programm" bezeichnet werden können. Sie gleichen eher ganzen Distribution oder Betriebssystemen. Ein Beispiel dafür ist LinuxMCE. Auch das bekannte MythTV finde ich bereits zu umfangreich: es benötigt u.a. einen eigenen Datenbank-Server und ist sehr umständlich in der Konfiguration. Moovida hingegen ist deutlich anspruchsloser in den Voraussetzungen.

Moovida durchsucht vordefinierte Ordner nach Medien und indexiert diese automatisch anhand der Tags in den Dateien. Über die Benutzungsoberfläche, die komplett mit den Pfeiltasten der Tastatur bzw. einer Fernbedienung bedienbar ist, können diese Medien abgespielt werden. Nett ist dabei z.B. die Visualisierung von MP3-Dateien. Außerdem kann man fernsehen, YouTube-Videos durchstöbern, endlose Diashows mit Flicker-Fotos machen, Radio über Shoutcast hören etc. Offensichtlich können auch anspruchslosere Media Center eine ganze Reihe an Features bieten. Doch den Sinn solcher Anwendungen sehe ich besonders darin, die Inhalte auf dem Rechner und im Internet über eine einfache Pfeiltasten-Navigation abspielbar zu machen.

Gemeinsam Mind-Maps erstellen mit Cmap (aktualisiert)

Cmap ist ein Programm zum Erstellen von Mind-Maps. Das Programm unterstützt dabei nicht nur das Erstellen, Abspeichern und Exportieren einer Mind-Map auf dem eigenen Rechner. Das Besondere an Cmap ist, dass man über das Internet gemeinsam Mind-Maps erstellen kann. Die Bearbeitung einer Gedankenkarte mit mehreren Teilnehmenden erfolgt synchon, d.h. Änderungen sind sofort sichtbar und durch das Anzeigen von Namen und verschiedenfarbige Rahmen ist auch erkennbar, wer gerade was bearbeitet. Das Programm bietet außerdem Funktionen zur synchronen und asynchronen Kommunikation. So kann man während der Bearbeitung miteinander chatten oder an ausgewählten Knotenpunkten Foren einfügen, in denen man Nachrichten hinterlassen und auf Nachrichten antworten kann.

Insgesamt bietet das Programm ein breites Spektrum an Funktionen. Was mir besonders gut gefällt ist die propositionale Struktur: Jede Verbindung zwischen zwei Elementen kann beschrieben werden und ähnelt damit mehrdimensionalen Propositionen, wie sie auch in der natürlichen Sprache vorkommen. Verbindungen sind nicht nur auf zwei Elemente beschränkt. Andere Mind-Map-Programme, wie etwa View Your Mind erlauben nur das Verzweigen von einem Hauptknoten, nicht jedoch das Zusammenführen von Zweigen. Somit ist man bei Cmaps frei in der Verbindung von Gedanken.

Cmap wird entwickelt vom Institute for Human and Machine Cognition (IHMC) der Florida University (USA). Das Programm ist als Client-Server-Modell implementiert, d.h. zum Bearbeiten von Mind-Maps benötigt man einen Client, der sowohl für Windows als auch Mac und Linux heruntergeladen werden kann. Für die Zusammenarbeit ist ein Server erforderlich. Es gibt aber zahlreiche Public-Server im Internet, die der Client kennt und die ohne weiteres verwendet werden können.

Nachtrag:

Ein schönes Beispiel, wie man Cmap verwenden kann, ist die Concept-Map zur Philosophie der Lebenskunst im Blog von Werner Friebel.

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