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Kierkegaard
Internationales Schopenhauer-Kierkegaard Symposium
Geschrieben am So, 22/02/2009 - 11:44 von Tobias HölterhofSören Aabye Kierkegaard beginnt erst wenige Jahre vor seinem Tod mit der Rezeption der Philosophie von Arthur Schopenhauer und ist verwundert, einen Author zu entdecken, der ihm so ähnlich ist. Doch die Ähnlichkeit ist ambivalent. In einem Tagebucheintrag von 1854 stellt Kierkegaard über A. S. fest: „Recht wunderlich, ich heiße S. A. Wir verhalten uns wohl auch umgekehrt zueinander“ (Pap. XI1 A 144). Eine der markantesten Ähnlichkeiten zwischen den beiden Denkern ist ihre Fokussierung auf das Leiden. Mein Beitrag arbeitet Ähnlichkeiten und Unterschiede in der Leidensphilosophie der beiden Denker heraus.
Sören Kierkegaard in Gilleleje
Geschrieben am Mo, 18/08/2008 - 22:17 von Tobias HölterhofIm Norden der dänischen Insel Seeland liegt der Ort Gilleleje, der so bekannt ist, dass ihn Sally O'Brien -- Autorin des Lonly-Planet-Reiseführers für Copenhagen -- nicht einmal im Stichwortverzeichnis erwähnt. Dafür aber Hornbæk, das nur einige Kilometer weiter östlich liegt und einen sehr langen Küstenstreifen mit den angeblich besten Ständen der Nordküste besitzt. Also Gilleleje ist für O'Brien keinen Ausflug ab Kopenhagen wert und daran merkt man, dass Sie keine besondere Kierkegaard-Liebhaberin ist. Dafür gibt es im SKC aber umso mehr davon und das ist Grund genug für einen Ausflug nach Gilleleje.
In Gilleleje hat Kierkegaard eine der meistzitierten Stellen aus seinen Tagebüchern verfasst. Heute ist keine Einführung in die Existenzphilosophie mehr denkbar, ohne die folgenden -- im übrigen retorischen -- Fragen des gerade mal 22-Jährigen zu erwähnen:
"Es kommt darauf an, meine Bestimmung zu verstehen, zu sehen, was die Gottheit eigentlich will, daß ich tun solle; es gilt eine Wahrheit zu finden, die Wahrheit für mich ist, die Idee zu finden, für die ich leben und sterben will."
Unabhängig davon, ob dieser eine Eintrag wirklich den Beginn der Existenzphilosophie markiert oder nur die ganz normalen Fragen eines jungen Erwachsenen dokumentieren, war Gilleleje ein oftbesucher Erholungsort für Kierkegaard, an dem er viel Zeit verbrachte. Daher hat man auch einen Stein für ihn aufgestellt, der die Inschrift "Sören Kierkegaard" trägt. Jawohl, ich habe mich nicht verschrieben, es steht wirklich "Sören" mit deutschem Umlaut dort, nicht "Søren". Warum? Sehr merkwürdig! Leider haben wir keine Erklärung gefunden. Meine Vermutung: der Stein ist Made in Germany, und dort hat man kein "ø" auf der Tastatur.
Min Sorg is my castle
Geschrieben am Di, 05/08/2008 - 19:03 von Tobias HölterhofStop! Noch nicht weiterlesen, erst auf dieses Bild schauen! Zwischen den unzähligen Büchern hier in der Kierkegaard-Bibliothek des Forschungszentrums habe ich nach längerer Suche doch ein Buch mit Faksimiles von handschriftlichen Manuskripen von Sören Kierkegaard gefunden. Das Ergebnis meiner Suche ist erschreckend: Wer kann diese Handschrift schon lesen?

(Thanks to Julia for reading Kierkegaards handwriting!)
Wer ist der unglücklichste Mensch?
Geschrieben am Mi, 30/07/2008 - 20:12 von Tobias HölterhofDer ersten Teil von Sören Kierkegaards Buch "Entweder-Oder" besitzt ein Kapitel über den unglücklichsten Menschen. John E. Hare findet in seinem Artikel "The Unhappiest One and the Structure of Either/Or" (International Kierkegaard Commentary Either/Or Part 1) viele Gründe dafür zu argumentieren, dass dieses Kapitel den Mittelpunkt des ersten Teiles von "Entweder-Oder" ausmacht. Unter anderem hat er die Seiten der einzelnen Kapitel gezählt und festgestellt, dass es ein alternierendes Längenmuster gibt und dass eben dieses Kapitel hierbei als mittleres Kapitel aus dem Rahmen fällt. Ob diese quantitative Erhebung auch für inhaltliche Gesichtspunkte heranzuziehen ist sei dahingestellt. Jedenfalls besitzt dieses Kapitel einen besonderen Reiz. Allein die Frage ist schon fesselnd: Bin ich vielleicht der unglücklichste Mensch auf der Welt? Angeblich soll es in England ein Grab geben, auf dessen Grabstein geschrieben steht, hier ruhe der unglücklichste Mensch.
Kierkegaard unternimmt in diesem Kapitel eine Interpretation sprachlicher Zeitformen. Er bedient sich dabei des Umstandes, dass es mehrere Zeitformen für die Vergangenheit gibt: z.B. das Perfekt und das Plusquamperfekt. Die folgende Grafik fasst Kierkegaards Interpretation zusammen:

Project Seminar at the Søren Kierkegaard Research Center
Geschrieben am Do, 22/05/2008 - 19:11 von Tobias HölterhofSören Kierkegaard Foschungszentrum
Geschrieben am Di, 11/03/2008 - 22:33 von Tobias HölterhofSeit gestern bin ich zu Gast am Sören Kierkegaard Forschungszentrum. Das Zentrum beschäftigt sich hauptsächlich mit der Herausgabe der "Søren Kierkegaards Skrifter" und "beherbergt" weiterhin eine Vielzahl von Gastforschern. So viel "Kierkegaard" an einem Ort ist beeindruckend! Die Gesprächsthemen drehen sich ständig mehr oder weniger entfernt um ihn. Außerdem gibt es eine Bibliothek und -- was für micht gerade nicht unwesentlich ist -- eine Küche, Kaffeemaschine und Kühlschrank. Kopenhangen ist halt eine teure Stadt.
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